Stirb! Rotköpfchen

In „Stirb! Rotköpfchen“ ist der Wolf ein Mädchenmörder. Er ist auf rothaarige Kindfrauen fixiert und kann nicht anders, als ihnen zu verfallen, sie auf verquere Art zu lieben und besitzen zu wollen.

Im Mittelpunkt der Geschehnisse steht Eleni Engel. Sie hat vier Jahre zuvor ihre Cousine verloren, deren Leiche nackt, das rote Haar abgeschoren und unauffindbar, im Wald entdeckt wurde. Aufgebahrt auf einem alten Adelsfriedhof im „Tempel der Ruhe“. Sie blieb nicht die einzige Tote.

Mittlerweile haben Eleni und ihre Familie die Folgen des Verbrechens halbwegs bewältigt. Was die naive Sechzehnjährige nicht ahnt: Schon bald wird sich auch ihr der Wolf über ein Internetportal nähern. Zu betörend ist die Rothaarige für ihn!

2016-01-22-cover-stirb-rotkoepfchenLediglich ihr Bruder Eliah scheint die Gefahr auf übersinnliche Weise zu spüren. Doch er hat eigene, tiefgehende Probleme und lebt zudem in Stuttgart. Das ist weit weg vom Ruhrgebiet mit seinen weitläufigen Wäldern, in die der Wolf die Rotköpfchen lockt.

All das geschieht in Dortmund, wo die Autorin geboren wurde und aufwuchs. Schauplätze sind insbesondere der kleine Vorort Bodelschwingh, der Krüzloh-Wald und ebenso Lünen an der Lippe, ihrem derzeitigem Wohnort. Vor authentischen Kulissen erzählt Sabine Ludwigs einen intensiven Psychothriller. Sie gewährt abwechselnd tiefe Einblicke in das Seelenleben ihrer Figuren: der romantischen Eleni, ihres verschlossen Bruders Eliah und des affektiven Wolfes.

„Stirb! Rotköpfchen“, erschienen im bookshouse Verlag, ist ein mitreißender Thriller mit Lokalkolorit, ohne ins Klischeehafte abzudriften. Wie Sabine Ludwigs’ bisherigen Werke, zeichnet sich dieser Roman ebenfalls durch einen leicht mystischen Touch aus. Ein Markenzeichen der Autorin, deren jüngstes Buch wieder eine absolute Leseempfehlung ist!

Sabine Ludwigs mordet in Dortmunder Wald. Sie gehört zu den Autoren, die mit großem Fingerspitzengefühl und viel Fantasie Geschichten voller Emotionen schreiben und ihre Leser fesseln: die Lünerin Sabine Ludwigs.

In ihrem neuen Buch adaptiert die Autorin die Parabel „Le Petit Chaperon rouge“, die 1697 von Charles Perrault für den französischen Hof von Versailles verfasst wurde und als Urschrift nachfolgender Rotkäppchen-Erzählungen angesehen werden kann. Perraults Version, gespickt mit sexuellen Anspielungen, sollte junge Frauen vor einem dunklen Typus Mann bewahren.

Die Brisanz der Thematik ist ungebrochen. Es gibt sie noch, die Wölfe auf Jagd nach leichter Beute. Sie verstehen es, sich zu verstellen und zu täuschen, um zu erreichen, wonach es sie verlangt. In Zeiten des Internets gelingt das oft allzu leicht. Wie in Sabine Ludwigs’ Roman.

Quellennachweis: PR-Inside/Essel PR